
Wenden war im Mittelalter eine zusammenfassende, deutschsprachige Bezeichnung für die auf deutschen Gebieten siedelnden Slawen (Elb- und Ostseeslawen). Im sogenannten Wendenkreuzzug von 1147 unterwarfen sächsische Fürsten mit polnischer und dänischer Hilfe die slawischen Stämme (Luitizen, Obotriten) und bekehrten sie zum Christentum.
Die Wenden waren daher ein slawischer Volksstamm, der im Osten zwischen Elbe und Oder angesiedelt war. Nur ganz wenige dieses Volkes sind im Mittelalter bis in die Gegend von Braunschweig gelangt. Von einer Ausbreitung bis ins Land der Franken und Sachsen ist absolut nichts bekannt.
Der Begriff Wenden wurde später auf die Sorben eingeengt, wird jetzt aber auch nicht mehr in dieser Bedeutung gebraucht. Vor allem die heute in der Ober- und Niederlausitz (Brandenburg, Sachsen) beheimateten Sorben (ca. 60.000 Angehörige) wurden im engeren Sinn als Wenden bezeichnet. Die Sprache der Sorben, Wendisch oder Lausitzisch (ca. 100.000 Sprecher), gehört zur westlichen Gruppe der slawischen Sprachen und ist verwandt mit Polnisch und Tschechisch.
Weiterführende Informationen zum Stamm der Wenden finden sich in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, auf der Website "Die Wenden" und im Open Directory Project.