

Als Kölsche werden nicht nur die Einwohner der Stadt Köln bezeichnet, sondern auch Teile der Westfalen, darunter eben auch Sauerländer. Nämlich genau seit jener Zeit, als ein Teil der Region des Sauerlandes zum Herrschaftsgebiet der Erzbischöfe und späteren Kurfürsten von Köln gehörte. Dazu zählte auch das Wendener Land, wie das gesamte Fürstentum Arnsberg.
Das Kölsche Heck (gelegentlich auch als Kölnisches Heck bezeichnet) gibt es also schon seit vielen vielen Jahren. Es ist - oder besser: war - ein etwa 105 Kilometer langer und bis zu 50 Meter breiter Schutzwall, mit dem sich das Herrschaftsgebiet von Nassau-Oranien von dem der Kölner abgrenzte. Nach einer Karte von 1765 ist der Verlauf noch genau zu verfolgen. Warum der Bau geschah, ist unklar. Was hatten die Kölner den Nassauern getan?
Denn nicht die Kölner grenzten sich ab, sondern die Nassauer. Sie bauten einen mehrere Meter tiefen Graben mit Wällen auf jeder Seite. Vor und hinter den Wällen pflanzten sie eine undurchdringliche Hecke aus Buchen und Dornengestrüpp. Weder für Menschen noch für Fuhrwerke war dort ein Durchkommen möglich.
Der Grenzwall befand sich auf seiner gesamten Länge auf nassauischem Gebiet, dem heutigen Siegerland, und war somit eigentlich die "Landhecke" von Nassau-Oranien. Er hatte die Aufgabe, ungebetene Eindringlinge fernzuhalten. Aus diesem Grund war er mehr als nur eine Umgrenzung. Vielmehr war der Wall eine Art Befestigungsanlage, welche den Gegebenheiten im Gelände Rechnung trug. Von dieser Hecke hat das Kölsche Heck jedenfalls seinen Namen bekommen.
Der Zugang vom churcöllnischen Gebiet in das nassau-oranische konnte nur durch freigeschlagene Stellen der Hecke erfolgen. Die "Schläge", Wege und Straßen denen man einen Durchlaß geebnet hatte, konnten mit einem Baumstamm abgesperrt werden. Diese Aufgabe übernahmen die Bäumer (woher wohl auch dieser Familienname stammt). Sie hatten die Übergänge mit Absperrungen zu verrichten, wozu sie sich meistens abgeschlagener Bäume, den Schlagbäumen, bedienten.
An diesen Schlägen wurde dann Zoll erhoben. Außerdem konnte man so allerlei Gesindel aus Nassau-Oranien heraushalten. An einigen solcher Grenzübergänge wurden auch Galgen aufgestellt, an denen über mehrere Wochen hinweg Hingerichtete hingen, die als Abschreckung für finstere Gesellen dienen sollten.